Käsekuchen ohne Bauchkneifen: Tovajoku

Ich mochte Käsekuchen schon als Kind unheimlich gern. Nur leider lag er mir jedes Mal furchtbar schwer im Magen. Das hat den Genuss sehr getrübt. Seit ich ihn vegan backe, kann ich nach Herzenslust davon essen. Ganz ohne Bauchkneifen!

Manche Allesessende regen sich auf, wenn man nicht-vegane Bezeichnungen für vegane Gerichte übernimmt. Nach dem Motto: „Ach ja, nichts vom Tier essen wollen, aber den Kuchen ‚Käsekuchen‘ nennen! Müsste der nicht eigentlich Tofu-mit-vegane-Alternative-zu-Joghurt-Kuchen heißen, hm?!“

Uff ... richtig, Nervbüddel. Stimmt.

Nur kann sich darunter kaum jemand etwas vorstellen, oder? Darum macht es Sinn, Bezeichnungen zu verwenden, mit denen andere was anfangen können. Wie zum Beispiel mit 'Käsekuchen'. In dem genau genommen auch kein Käse, sondern Quark ist. Aber egal. Die meisten haben schon mal Käsekuchen gegessen und deswegen eine Vorstellung von säuerlich-frischem Geschmack und leicht cremiger Konsistenz.

Gerade kommt mir die Idee, meinen veganen Käsekuchen Tovajoku zu nennen: Da haben wir dann ein paar Buchstaben aus Tofu-mit-vegane-Alternative-zu-Joghurt-Kuchen drin und das Kind kriegt einen eigenen Namen. Fein, das hätten wir also.

Mit dem Grundrezept kannst Du alle möglichen bekannten und noch unbekannten Variationen umsetzen: Mit Kirschen, Himbeeren, Mandarinenstückchen oder Rosinen drin, als Zupfkuchen, mit frischen Früchten oben drauf … Ich habe für das Foto extra einen ‚ohne alles‘ gemacht, damit Du einen Eindruck vom puren Kuchen bekommst. Gut, von dem Klacks Preiselbeeren aus dem Glas mal abgesehen. Ein bisschen Farbe musste sein.

In vielen Rezepten für veganen Käsekuchen ist Vanille-Pudding-Pulver. Das finde ich in Bratapfelkuchen lecker, aber Käsekuchen kann damit für meinen Geschmack zu fest und schlimmstenfalls gummiartig werden. Ich will einen Kuchen, der zwar einen Hauch von Vanille hat, aber in erster Linie leicht säuerlich schmeckt und etwas cremig ist. So bin ich nach diversen Versuchen auf meine jetzige Mischung gekommen.

Für einen flachen Kuchen wie auf dem Bild brauchst Du:

  • 100g Mehl (ich nehme Dinkel)
  • 25g Speisestärke
  • 1 EL Sojamehl
  • 80g Zucker
  • 100g vegane Margarine (z. B. Alsan)
  • ½ Tütchen Backpulver
  • 1 Prise Salz

und für die Füllung

  • 3 EL Sojamehl
  • 150g Zucker
  • 400g Tofu natur (ich nehme den von Alnatura)
  • 200g Joghurtalternative (z. B. von Rewe oder Alnatura)
  • 80g Rapsöl + 20g Wasser oder 100g vegane Margarine
  • 20g Speisestärke
  • 1-2 TL geriebene Zitronenschale (ich nehme meistens getrocknete)
  • 2-3 EL Zitronensaft (Menge nach Geschmack)
  • 1 Messerspitze gemahlene Bourbon-Vanille
  • 1 Prise Salz

Für den Teig den Esslöffel Sojamehl mit etwas Wasser in einer großen Schüssel anrühren. Mehl, Speisestärke und Backpulver hineinsieben.

Zucker, Salz und die kalte, in Stückchen gehackte Margarine dazugeben.

Alles gut zu einem Teig verkneten, eine gefettete Springform dünn damit auslegen und einen dünnen, kleinen Rand (1-2 Zentimeter) hochziehen.

Für die Füllung die drei Esslöffel Sojamehl in einer großen Schüssel mit etwas Wasser anrühren.

Alle anderen Zutaten dazugeben und mit einem Pürierstab gut vermischen.

Probieren, ob der Teig Dir säuerlich genug ist und gegebenenfalls noch etwas Zitronensaft dazugeben. (Die Masse ist ziemlich flüssig, stockt aber im Ofen aus und ist spätestens nach ein paar Stunden im Kühlschrank fest und angenehm cremig zugleich.)

Den Kuchen bei 180 Grad etwa eine Stunde auf mittlerer Schiene backen, er sollte schön golden sein. Decke ihn dann mit Alufolie ab und backe ihn weitere 20 Minuten.

Für einen Zupfkuchen verdoppelst Du die Teigmenge und gibst außerdem 40g Kakaopulver dazu. Mit etwa 2/3 des Teigs legst Du den Boden aus und ziehst einen Rand hoch (hier darf alles etwas dicker sein als beim puren Tovajoku). Aus dem Rest zupfst und formst Du flache, unregelmäßige Flecken und legst sie oben auf die Füllung. Du kannst natürlich auch Formen und Figuren ausstechen, wenn Du möchtest …

Wenn Du für Gäste einen hohen Kuchen machen möchtest, verdoppele einfach die Mengen für den Teig und die Füllung. Wenn Du dann den Boden mit Früchten belegst, sieht das beim Anschneiden sehr schön aus!

Egal, für welche Variante Du Dich entscheidest: Das Ergebnis ist lecker, leicht und säuerlich frisch. Unseren allesessenden Gästen hat er bisher durchweg gut gemundet. Den Tofu haben sie nicht rausgeschmeckt und den Quark nicht vermisst. Vielmehr haben alle bestätigt, dass der Tovajoku im Gegensatz zum nicht-veganen Pendant nicht unangenehm schwer im Magen liegt.

Da geht auch gerne mal ein zweites Stück – ohne fieses Bauchkneifen …

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