Schlapp-schlapp bis klickidiklack: Vegane Schuhe für jeden Auftritt

Schuuuhe – für manche DER Einkaufsspaß schlechthin, für andere das absolute Grauen. Die einen haben nie genug, die anderen zerlatschen das einzige Paar, bis es auseinanderfällt. So oder so, es gibt inzwischen vegane Schuhe für alle Anlässe!

In die vegane Lebensweise bin ich in mehreren Schritten hineingewachsen:

Nach gut 20 vegetarischen Jahren habe ich im ersten meine Ernährung umgestellt. Vegan gekocht und gebacken habe ich schon länger. Aber ich habe noch Eier, Milchprodukte und Honig gegessen, wenn ich unterwegs war. Ernährungstechnisch war es also ein Prozess von der Allesesserin über die Vegetarierin bis zur Veganerin.

Der zweite Schritt war dagegen kurz und direkt:

Nachdem Heiko und ich uns zu veganem Konsum entschlossen hatten, war nicht nur die Küche, sondern auch der Kleiderschrank dran. Wir haben unsere Klamotten und Schuhe durchgesehen. Anschließend haben wir uns schlau(er) gemacht, welche veganen Alternativen zu Leder, Wolle und Seide es gibt. Einige der vorhandenen Sachen haben wir aufgetragen, einige gleich verschenkt oder gespendet und durch vegane Stücke ersetzt.

Vor ein paar Jahren war das bei Schuhen nicht ganz einfach. Das Angebot war sehr überschaubar. Besonders Heiko hatte kaum Auswahl. Vegane Schuhe in Größe 47, die man im Büro und zum Anzug tragen kann, waren Mangelware. Und selbst wenn wir vegane Schnürschuhe für ihn oder welche mit Absatz für mich gefunden haben – viele fühlten sich an, als sei man in ihre Kartons gestiegen: Hartes, steifes Material und unattraktives Design.

Ein Hoch auf den veganen Fortschritt!

Inzwischen gibt es Anbieter, die sich auf vegane Schuhe spezialisiert haben. Zu ihnen gehören zum Beispiel die Firmen Avesu und Lunge. Avesu hat ein breites Angebot an modischen, fair produzierten Schuhen für Damen, Herren und Kinder. Außerdem Schuhpflegeprodukte,

Taschen, Geldbörsen, Gürtel und vieles mehr. Lunge bietet in Deutschland produzierte Schuhe für Sport und Alltag an.

Auch wenn es eine höhere Nachfrage und ein größeres Angebot gibt: Diese Schuhe sind im Vergleich zu konventionell gefertigten Lederschuhen oft noch sehr teuer. Das liegt an den vergleichsweise kleinen Stückzahlen, die produziert und abgesetzt werden. Darüber hinaus ist es sehr viel kostenintensiver, in Europa unter fairen Bedingungen statt ausbeuterisch in Asien zu produzieren. Das hat seinen – im besten Sinne wohlverdienten – Preis.

Große Firmen erkennen die Entwicklung hin zur Nachfrage nach veganen Schuhen ebenfalls. Zum Beispiel bietet Esprit einige Modelle an. Tamaris hat auch viele lederfreie Schuhe. Ähnliches gilt für den Sportschuhbereich. Allerdings kann der dort verwendete Kleber jeweils tierischen Ursprungs sein. Solltest Du Interesse an einem bestimmten Modell eines Anbieters haben, frag‘ einfach direkt dort nach. Das habe ich anfangs oft getan und immer Auskunft erhalten.

Es kommen ständig weitere Firmen hinzu, die vegane Schuhe produzieren. Darum lohnt es sich, immer mal wieder zu recherchieren:

Vor sechs, sieben Jahren habe ich Sommerschuhe gesucht und bin auf die Firma Okabashi gestoßen. Die hatte damals noch eine Niederlassung in Deutschland und ein innovatives Konzept: Recyclbare Flip Flops und Clogs. Die Flip Flops werden nicht aus Platten geschnitten, was viele Reste produziert. Stattdessen wird das Material gepresst, wodurch Abfall vermieden wird. Zudem kann man aufgetragene Okabashis an den Hersteller zurücksenden. Das alte Material wird gereinigt und zur Produktion neuer Schuhe verwendet. Genial!

Ich habe mir zunächst zwei Paar Flip Flops gekauft, die ich immer noch trage. Sie sind zeitlos modern, super bequem und lassen sich leicht säubern. Nach mehreren Sommern ist das Profil an den Hacken runter, sonst sind sie aber heil. Als Okabashi die deutsche Niederlassung aufgegeben hat, habe ich mir im Schlussverkauf drei weitere Paare zugelegt. Damit ist mein Bedarf für einige Jahre gedeckt.

Du siehst, es gibt ein großes Angebot an veganen Schuhen für jede Gelegenheit. Sollte es Dir nicht möglich sein, ein komplett veganes Modell zu kaufen (wegen des Preises) oder zu tragen (wegen der Umstände):

Es ist schon ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung, lederfreie Schuhe zu tragen. Dafür gibt es ethische und ökologische Gründe. Doch die sind ein Thema für einen eigenen Beitrag …

Vegane Schuhe kaufen? Geht doch!

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