Vegane Ernährung ist teuer? Quatsch – ohne Soße!

Hat man Dir auch erzählt, vegane Ernährung sei teuer? Ein selten dummes Gerücht, dass sich leider hartnäckig hält! Ich habe deswegen einen Monat lang Buch geführt.

In Diskussionen mit nicht-vegan Konsumierenden kommt ein – nennen wir es mal – Argument fast immer und dann in etwa so formuliert: „Vegane Ernährung mag ja vielleicht gesünder sein. Und na gut, vielleicht auch besser für die Tiere und die Umwelt und so weiter … aber eben viel teurer. Das kann sich ja kaum jemand leisten!“

Uff. Ich habe schon viele solcher Gespräche geführt.

In neun von zehn Fällen ist mein Gegenüber übergewichtig bis fettleibig und/oder mangelernährt und kränklich, kennt vegane Ernährung nur aus Erzählungen und vermutet, ich würde mich mit einer Art teuren Schicki-Micki-Diät selbst kasteien. Im besten Fall hat die Person mal ein veganes Fertigprodukt aus dem Supermarkt probiert. Welches das ‚Schmeckt-wie‘-Versprechen nicht erfüllen konnte und dabei teurer war als ein ähnlich schweres nicht-veganes Produkt. „Und überhaupt, warum müssen vegane Produkte wie Fleischprodukte heißen, aussehen und schmecken?!“, werde ich gefragt.

Ganz ehrlich? Keine Ahnung. Ich brauche diesen Kram nicht.

Ich koche praktisch alles selbst, habe ich immer schon getan, auch als Allesessende. Fertiggedöns konnte ich noch nie leiden. Wenn ich nur wenig Geld zur Verfügung hätte, würde ich eher Pellkartoffeln mit Öl und Salz essen als Dosensuppe oder Tiefkühlauflauf aus einem Alu-Napf. Egal, wie günstig solche Produkte sein mögen – sie reichen in der Qualität der Nährstoffe und im Geschmack niemals an frisch zubereitetes, aromatisches Essen heran. Darum ziehe ich die schlichteste selbst gekochte Mahlzeit einer industriell produzierten Pampe vor. Immer. Überall.

Am liebsten würde ich all jenen, die sich bei diesem Thema offensichtlich nur an vegan lebenden Menschen reiben wollen, sagen: „Vergiss‘ es. Iss‘ einfach weiter wie bisher, immer rein in die Figur mit dem Müll.“ Denn es gibt nur wenige Menschen, deren Gesundheit und Wohlergehen mir wichtig genug sind, um dafür in die Konfrontation zu gehen.

Aber es geht um weit mehr.

Es geht um Tiere. Sehr, sehr viele Tiere. Die tagtäglich eingesperrt, gemästet, mit Medikamenten vollgepumpt und ermordet werden. Die Angst und Schmerzen erleiden. Denen der Nachwuchs weggenommen wird. Und damit ist noch nichts über die Auswirkungen der Massentierhaltung auf Luft, Böden und Gewässer gesagt …

Darum führe ich weiterhin geduldig Gespräche. Berate, gebe Einkaufs- und Kochtipps. In der Hoffnung, dass mein Gegenüber alte Gewohnheiten auch nur einmal hinterfragt („Dass du das kannst! Ich könnte ja nie auf meinen Frischkäse mit Erdbeergeschmack zum Frühstück verzichten!“) und sich vielleicht zu einem veganen Tag pro Woche durchringt. Oder zum Austausch von Tiermilch gegen pflanzliche Alternativen.

Aus den erwähnten Gesprächen weiß ich auch, dass viele eine total verquere Vorstellung davon haben, was wir so einkaufen, kochen und essen. Aus diesem Grund habe ich im Juni mal unsere Ausgaben für Lebensmittel notiert.

Außerdem werde ich weitere Beiträge zum Thema vegane Ernährung schreiben, in denen ich aufzeige, was wir konkret einkaufen und verbrauchen. Denn aus Gesprächen und dem, was ich im Netz in Foren etc. lese, geht hervor, dass viele Allesessende denken, Veganer/-innen würden zwangsläufig eine Menge Geld für industriell hergestellte vegane ‚Spezialprodukte‘ ausgeben … nein, dem ist nicht so. Doch dazu mehr und im Detail an anderer Stelle.

Hier nun die Zahlen:

Ich habe unsere Ausgaben für sämtliche Lebensmittel zusammengerechnet.

Dazu gehören alle Einkäufe auf dem Wochenmarkt, in Supermärkten, in Reformhäusern und Bioläden, im Getränkemarkt, beim Bäcker und so weiter. Darunter fallen

  • Gemüse und Obst (frisch, gefroren und getrocknet)
  • Hülsenfrüchte
  • Getreide, Pseudogetreide, Reis und Nudeln
  • Tofu- und Seitanprodukte
  • Getränke
  • Brot und Brötchen
  • Süßigkeiten und Kaffee
  • alles, was man sonst noch so zum Kochen und Backen braucht, wie Gewürze, Öle, Flocken, Mehle usw.
  • Besuche in der Eisdiele/im Café

Herausgerechnet habe ich Magdas Futter, wobei ich ihren Anteil an Gemüse, Obst und Nüssen drin gelassen habe. Dabei verputzt sie mehr Karotten und Salatgurken als Heiko und ich zusammen. 😉

Das Ergebnis sind aufgerundet € 500,00 – also etwa € 8,30 pro Tag/Person.

Erwähnenswert ist, dass wir zurzeit nicht übermäßig sparsam sind. Wir kaufen zum Beispiel vergleichsweise teures Oliven- und Kokosöl im Reformhaus und verbrauchen im Durchschnitt ein Pfund Kaffee pro Woche. Der alleine kostet uns rund € 40,00 im Monat, dazu kommen noch diverse Liter Sojadrink, da wir ihn mit viel Schaum trinken. Außerdem ist unser Leitungswasser sehr hart und schmeckt nicht besonders gut, darum trinken wir Mineralwasser. Auch da kommt bei rund zwei Kisten pro Woche einiges zusammen.

Du siehst, vegane Ernährung ist durchaus bezahlbar. Und keineswegs teurer als andere Ernährungsformen, sofern man nicht Billigfleischabfälle aus der Kühltheke und Kartoffelbreipulver aus der Tüte als Maßstab nimmt.

Wir sind gesund, essen uns jeden Tag satt und entbehren nichts, sondern gönnen uns durchaus die eine oder andere Nascherei

Vegane Ernährung ist gesund, lecker UND bezahlbar:

Mensch muss nur wollen.

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