So klappt’s auch mit uns: Vegane Crêpes aufm Osterstraßenfest

Straßenfeste können einen Besuch wert sein: Man schlendert im Sonnenschein über die Meile, es gibt gute Live-Musik, vielleicht auch Walk-Acts und weitere künstlerische Darbietungen.

Meistens plärrt allerdings stattdessen nur Konservenmusik aus den immer gleichen Buden, die sich aneinander reihen. An denen wir nichts zu essen bekommen, da der Begriff ‚vegan‘ noch nicht im traditionellen Jahrmarktessen angekommen ist.

So haben wir es schon vor Jahren aufgegeben, auf Straßenfesten, Märkten und ähnlichen Veranstaltungen überhaupt Ausschau zu halten. Was sich auch nur selten ergibt. Am Sonnabend hatten wir in der Nähe der Osterstraße etwas zu erledigen – und weil wir schon mal da waren und die Kameras dabei hatten …

Was soll ich schreiben? Wir waren gerade aus der U-Bahn raus und ein paar Meter unterwegs, da habe ich ein Schild mit der Aufschrift ‚vegan‘ entdeckt. An einem Crêpes-Stand! Ich esse Crêpes sehr gerne, aber die Stände sind im Laufe der Jahre komplett aus meiner Wahrnehmung gefallen, weil der Teig überall mit Eiern zubereitet wird.

Heiko ist für süße Sachen und alles in Pfannkuchenform immer zu haben, also sind wir schnurstracks zu Zimmer‘s Crêpes Royal. Dirk, der gut gelaunte Inhaber hat für seine veganen Crêpes drei Soßen und eine vegane Schoko-Creme im Angebot. Heiko hatte Banane-Erdnuss-Soße, ich Karamell-Kokos. Beide waren lecker und auch der Teig war prima, dünn und geschmeidig, wie man es von einem Crêpe erwartet.

Dirk hat uns erzählt, dass er einen alles essenden Kunden hat, der bei ihm vegane Crêpes isst, weil der Teig ihm so gut schmeckt. Ich bin sicher, dass er vielen anderen ebenso gut schmecken würde. Wenn es also nur noch den leckeren veganen Teig gäbe – wer würde wohl nachfragen, ob da auch bestimmt Eier drin sind? Eben, niemand. (Und der Sojadrink für den Teig muss nicht mehr als einen Euro pro Liter kosten, gesüßt und mit Vanille versetzt sein ... einfach neutralen kaufen und selber süßen/aromatisieren.)

Dirk war übrigens der Einzige, der vegane Crêpes angeboten hat – zumindest haben wir keinen anderen gefunden, wobei wir noch sechs weitere Crêpe-Bäcker gesehen haben.

Am Ende der Meile haben wir den Truck von Vincent Vegan entdeckt. Nach den süßen Crêpes hatten wir Lust auf etwas Würziges, darum haben wir Süßkartoffel-Fritten und einen Burger bestellt. War amüsant. Ich habe ‚Süßkartoffel-Fritten‘ statt ‚Sweet Fries‘ gesagt und, nachdem die Bedienung die Soßen aufgezählt hatte, um ‚Knobi‘ gebeten statt um ‚Garlicky Kurkuma‘.

Sie hat nachgehakt: „Knobi?“ „Ja, bitte.“ Nochmal, mit Blick auf Heiko: „Knobi, wirklich?“ „Ja, wirklich Knobi und keine Sorge, er verkraftet das.“

Bei Heiko und seiner Burger-Bestellung lief es ähnlich. Trotz Empfehlung wollte er keinen ‚Bacon‘– der Name hat dann doch zu sehr an den ‚Meat-Wagen‘ mit seinen Fleischbelegen am anderen Ende der Straße erinnert. Stattdessen hat er einen ‚Cheesy One‘ bestellt und wurde darauf hingewiesen, dass der aber scharf sei. „Ich weiß, deswegen will ich ihn.“ „Richtig scharf?“ „Ja, gerne sehr scharf.“ „Wirklich?“ „Ja, wirklich.“ Herrje, wer bestellt da sonst? Amerikanische Kindergarten-Kinder?!

Zum Essen:

Die Fritten war sehr gut, außen knusprig und innen saftig. Von der Soße hatte ich mir einen scharf-würzigen Kontrast zu den Süßkartoffeln erhofft. Sie schmeckte jedoch leider primär sehr süß. Das Gemüse ist im Vergleich zu Kartoffeln teuer, darum ist der Preis von € 4,50 pro Portion angemessen.

Der Burger war okay. Nicht mehr, nicht weniger. Würzig, aber nicht scharf, trotz der zwei Jalapeños-Scheibchen. Das Patty war im Verhältnis zum Brötchen sehr klein, dadurch hat das Ganze eher den Eindruck eines belegten Brötchens als den eines Burgers gemacht. Salat war drauf, Tomate nicht. Das ist schlichtweg zu wenig für € 7,50. Viel zu wenig.

Fazit:

Wir haben uns gefreut, auf einem Straßenfest etwas zu essen zu bekommen. Vegane Burger und Pizzen sind inzwischen keine Seltenheit mehr, aber die Crêpes waren eine süße Überraschung.

So klappt‘s auch mit uns!

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