Fly-in aufm Balkon: Hornveilchen helfen hungrigen Hummeln

Vorgestern habe ich endlich die ersten Blumen ausgesät. Bis in den Kästen und Töpfen was blüht, dauert es natürlich noch eine Weile. Um Hummeln und Bienen jetzt schon etwas anzubieten, habe ich auf dem Wochenmarkt Hornveilchen gekauft. So weit, so bunt.

Ich weiß, ich bin mit meinen Vorbereitungen für den ‚Fly-in‘ spät dran. Erst war es mir zu kühl, um auf dem Balkon herumzubuddeln. Dann habe ich mir einen lästigen Schnöf eingefangen. Damit ging wieder eine Woche ohne Pflanzaktion ins Land. Wollte ich die Blumen allein zu Dekozwecken haben, wäre es schnuppe. Aber ich habe ja den Plan, in diesem Jahr eine Bienenweide zu pflanzen …

Und die Tierchen sind bereits da: Ständig macht es tock-tock-tock, wenn golfballgroße Hummeln an unsere Fensterscheiben klopfen. Halten die unsere Wohnung für eine Nektar-Bar mit Straßenverkauf? Ich mach‘ ja schon, Mädels!

 

Bei meiner Nachbarin war eine in der Wohnung. Sie (die Hummel, nicht die Nachbarin) hatte sich mit ihrem Gebrumme und Gekreisel völlig verausgabt. Zusammenbruch auf dem Teppich, nix ging mehr. Wie gut, dass meine Nachbarin ein Herz für die Kleine hatte. Sie hat sie in ein Glas bugsiert und hinausbefördert.

Es besteht also jetzt schon Bedarf an Pollen und Nektar. Darauf haben in den letzten Tagen auch einige Berichte in der Presse wieder hingewiesen: Die Bestände der bestäubenden Insekten wie Bienen und Hummeln sind arg geschrumpft. Sie sterben an diversen Krankheiten, vertragen all die eingesetzte Chemie und die vielen Medikamente nicht, finden zu wenig Nahrung.

Immerhin, dagegen kann man etwas tun!

Wenn Du einen Garten oder einen Balkon hast, kannst Du den Tieren – die viele der Pflanzen bestäuben, die wir (!) essen – etwas zu futtern anbieten. Ein Beet oder einen Kasten mit bienenfreundlichen Pflanzen. Also solchen, die nicht nur nett aussehen, sondern die auch Pollen und Nektar bieten. Es gibt eine Menge solcher Blumen und Kräuter. Vielleicht kennst Du schon welche, sonst findest Du zum Beispiel beim BUND Listen dazu. Ein erster Anhaltspunkt ist, dass die Blüten möglichst ungefüllt sein sollten. Dann kommen die Tiere leichter an ihre Nahrung, sofern überhaupt welche vorhanden ist. Was eben bei vielen schicken, überzüchteten Blumen nicht mehr der Fall ist.

Und mal ehrlich: Jahr ein, Jahr aus die gleichen ollen Geranien und Petunien – das ist doch öde. Schau‘ Dich in einer Gärtnerei, einem Baumarkt oder auf dem Wochenmarkt um. Da gibt es wunderbare Blumen und Kräuter in allen Farben, für jeden Geschmack. Probier‘ mal was neues aus! Trau‘ Dich!

Auch wenn‘s die Nachbarn irritiert, weil Du es ungewohnt bunt treibst …

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