Krokodilskaffee, Heiligküchentorte und seufzende Fenster: Heidelberg

Wenn ich aus dem Fenster gucke, sehe ich nur Mini-Michelin-Männchen. Schultern an den Ohren, grimmige Gesichter. Unterm Schreibtisch schläft Magda und schmatzt im Traum. Meine Füße wärme ich an ihr, den Rest an der Heizung. Bruno Mars füllt meine Ohren mit Sonnenschein, frischer Kaffee meinen Bauch. Herrlich. Oberer und unterer fauler Pelz.

Das erinnert mich an Heidelberg ...

Meine Freundin und ich waren im November für ein verlängertes Wochenende in Heidelberg. Es war unsere sechste Städtereise in ebenso vielen Jahren. Nach Kopenhagen, Amsterdam, Edinburgh, Salzburg und Dublin wollten wir eine deutsche Stadt besuchen und kamen in unseren Findungsgesprächen schließlich auf Heidelberg.

Wenn es machbar ist, reisen wir mit der Bahn. So auch dieses Mal. Weil der Wormser Dom uns sehenswert erschien, haben wir Worms kurzerhand mit eingeplant und die erste Nacht dort verbracht.

Eins meiner Prinzipien lautet: Wenn Du nichts Positives zu sagen hast, sag‘ einfach mal nichts. Positiv zu erwähnen in Worms ist … nun ja … der Dom.

Wir hatten kein glückliches Händchen bei der Hotelwahl, um es vorsichtig auszudrücken. Wären wir nicht so spät angekommen, hätten wir gleich wieder ausgecheckt. In den schlaflos durchwälzten Stunden bis zum Frühstück haben wir den Slogan „Heidelberg – Heidelberg muss echt schön sein!“ geprägt. In der Zeit, die wir am Vormittag in Worms und auf der Weiterreise nach Heidelberg verbracht haben, ist er zu einer Art Mantra geworden. Mit immer stärkerer Betonung auf „echt“ …

Nach so einem Start kann es nur besser werden und es war: Großartig!

Angefangen beim Hotel in Heidelberg, dem Krokodil: Wir hatten ein gemütliches Zimmer mit Blick auf den schönen Buchladen an der Ecke gegenüber und gleich am ersten Abend einen herrlichen Vollmond. Da haben wir – endlich – gut geschlafen.

Beim Frühstück haben wir eine Überraschung erlebt: Der Kaffee war nicht in Ordnung oder gut, er war hervorragend! So guten Kaffee haben wir in keinem Hotel zuvor getrunken.

Die Mitarbeiterin hat sich gefreut, weil wir sie darauf angesprochen haben und uns verraten, dass es sich um die Heidelberger Mischung der Firma Janssen handelt. Plane bei Deinem Aufenthalt in Heidelberg unbedingt einen Besuch in dem wunderbar altmodischen Geschäft ein. (Wir haben beide ein Pfund mit nach Hause genommen. Ja, ich weiß – Kaffee? Nach Hamburg??)

Wichtiger Hinweis, wenn Du Dich (wie ich) vegan ernährst: Das Krokodil ist nicht auf vegane Gäste eingestellt, man besorgt aber auf Anfrage (bei der Buchung) gerne zusätzliche vegane Produkte zum Frühstück! Darauf hat mich die Mitarbeiterin hingewiesen, als sie meinen mitgebrachten Soja-Drink gesehen hat. Eine Milchalternative, Aufstriche etc. sind gar kein Problem. Ein Gast soll allerdings mal empört gewesen sein, weil er keinen warmen Quinoa-Brei bekommen hat. Echt jetzt? So macht man sich keine Freunde und erst recht keine Werbung für die vegane Sache!

Was kann ich Dir noch empfehlen?

Die bekannten Heidelberger Sehenswürdigkeiten findest Du leicht im Internet und in zahlreichen Reiseführern. Darum liste ich sie hier nicht auf und zeige Dir auch nicht noch ein Foto von der Alten Brücke oder dem Schloss. Die Stadt ist insgesamt so sehenswert, dass es nahezu egal ist, wohin man geht: Straßen, Kirchen, Universität, Fluss, Restaurants und Cafés …

Halt – da hab‘ ich zwei Tipps!

Wir haben leckere (und mächtige, bring‘ Hunger mit) Torte im Holy Kitchen gegessen.

Der Laden ist muggelig, das Angebot komplett vegan und alles sah toll aus.

Außerdem haben wir sehr gut vegan im MoschMosch gegessen.

Wir hatten beide ein Gemüsegericht mit Tempeh extra. Es hat prima geschmeckt und wir waren angenehm satt.

Zweieinhalb Tage waren viel zu schnell rum. Wir haben die Zeit intensiv genutzt und uns so viel angesehen wie möglich. Trotzdem, ich wäre gern länger geblieben und fahre definitiv wieder hin.

 Hach, Heidelberg ist echt schön!

2 Antworten

  1. Elfi

    Liebe Esther du hast deinen Kurzurlaub super beschrieben Ich freue mich auf deinen nächsten Bericht

  2. karin

    Und der Kuchen war ECHT lecker…